
Foto: Marianne Uzankichyan-Werner
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Das Ensemble Interrogatio wurde von Filip Rekieć (Polen) und Sofija Grgur (Serbien) nach ihrer erfolgreichen musikalischen Zusammenarbeit während des Studiums an der Hochschule für Musik Würzburg gegründet, mit der gemeinsamen musikalischen Leidenschaft als verbindendes Element.
Das Ensemble konzentriert sich auf Alte Musik, betrachtet die historisch informierte Aufführungspraxis jedoch als Einladung und erfüllenden Vorwand für musikalische Gespräche und Nachforschungen in der Musik anderer Epochen. Dadurch ist die Philosophie und der Name der Gruppe entstanden.
Interrogatio (lat. interrogare: fragen, befragen) bezeichnet eine in der Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts verwendete rhetorische Figur, bei der eine Frage gestellt und beantwortet werden kann oder nicht. Das Ensemble versucht, viele Aspekte der Musik zu hinterfragen:
Interpretationswahrheit im Hinblick auf historisch informierte Aufführungspraxis geschriebener und ungeschriebener Musik sowie im Hinblick auf die Herkunft und Erfahrungen der Spieler;
Die Kommunikation von Emotionen und Zuneigungen durch die universelle Sprache der Musik, die nicht auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt werden kann;
Ästhetische Werte vergangener Jahrhunderte, die heute Resonanz und Wertschätzung finden;
Persönliche Prägung zur Interpretation mit historischen Instrumenten.
Der Wunsch, Fragen zu stellen (und natürlich Antworten zu finden), motiviert das Ensemble zur Suche nach interkulturellem musikalischen Austausch im weitesten Sinne. Im Rahmen dieser Erkundungen gehören Improvisationen ex tempore zu den Besonderheiten des Ensembles.
Das Ensemble Interrogatio tritt überwiegend in Deutschland und der Schweiz in unterschiedlichen Besetzungen vom Kern der Gruppe bis zum Kammermusik-Consort auf und gewann mehrfach Preise bei renommierten Wettbewerben für Alte Musik (u.a. Biagio-Marini-Wettbewerb in Neuburg an der Donau, Gebrüder-Graun-Wettbewerb in Bad Liebenwerda).
Von rechts: Lorenzo Gabriele, Adrian Cygan, Sofija Grgur, Filip Rekieć. Foto: Marianne Uzankichyan-Werner